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Eine Klinik der Deutschen Rentenversicherung Rheinland

Entspannung

Entspannung

Entspannungsfähigkeit ist ein wesentliches Kennzeichen von körperlicher und seelischer Gesundheit. Viele groß angelegte wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bewährte Entspannungsverfahren wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen durchweg positive Auswirkungen auf Depressionen, Ängste, chronische Schmerzen, Stoffwechselerkrankungen und Hauterkrankungen, das Immunsystem und allgemeine Stresssymptome haben.

 

Achtsamkeit

Achtsamkeitsbasierte Techniken werden heutzutage auch in der psychosomatischen Medizin erfolgreich eingesetzt. Historisch betrachtet ist Achtsamkeit vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditationspraxis zu finden. Achtsamkeitsbasierte Methoden wurden von Ärzten und Psychologen für die Medizin und die Psychotherapie „wiederentdeckt“ und genutzt. Die positive Wirkung der Achtsamkeit wie die der Entspannungsverfahren ist wissenschaftlich bewiesen. Inzwischen wird das Prinzip der Achtsamkeit weltweit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Probleme eingesetzt.

 

Unter Achtsamkeit verstehen wir eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand. Dieser erlaubt es, innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment ohne Bewertung zu registrieren und zuzulassen. Achtsamkeitsübungen können dabei helfen, die Welt bewusster wahrzunehmen,mehr im Hier und Jetzt zu leben. Es geht darum, dem gegenwärtigen Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken und so mehr Gelassenheit im Alltag zu entwickeln. Dazu ist es wichtig, den inneren „Autopiloten“ abzustellen, das ständige Grübeln zu unterbrechen, die Sorgen abzuschalten und das Gedankenkarussell zu stoppen.

 

Regelmäßiges Üben dieser speziellen Techniken führt zu einer inneren Lebenshaltung, die uns im Umgang mit Stress, Sorgen, Ängsten und Schmerzen deutlich helfen kann und uns besser leben lässt.

 

Unsere Klinik bietet Ihnen folgende spezifische Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren an:

 

Autogenes Training

Autogenes Training ist ein auf (Auto-)Suggestion beruhendes Entspannungsverfahren. Durch regelmäßige Wiederholungen und innere Vorstellungen, zum Beispiel derRuhe-Übung („Ich bin ganz ruhig, nichts kann mich stören“), der Schwere-Übung („Mein rechter Arm ist ganz schwer“), der Wärme-Übung („Mein rechter Arm ist angenehm warm“) oder der Atem-Übung („Mein Atem fließt ruhig und gleichmäßig“), kann rasch ein tiefer Entspannungszustand hergestellt werden.

 

Progressive Muskelentspannung

Bei der progressiven Muskelentspannung wird durch die willentliche und bewusste Anspannung und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht. Dabei werden nacheinander einzelne Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt und bewusst gehalten, um anschließend gelöst zu werden. Ziel des Verfahrens ist es, die Muskelspannung aufgrund einer verbesserten Körperwahrnehmung zu senken. Mit der Zeit können unsere Patienten lernen, muskuläre Entspannung herbeizuführen, wann immer sie dies möchten. Darüber hinaus können Muskelverspannungen aufgespürt und gelockert und damit Schmerzzustände verringert werden.

 

Achtsamkeitsbasierte Verfahren: Yoga, Qi Gong, Körperwahrnehmung

Diese Verfahren fördern Achtsamkeit und Akzeptanz im Hier und Jetzt. Yoga und Qi Gong führen zur Entwicklung eines besseren Körperbewusstseins, zu einer Steigerung der Wahrnehmung und einer Verbesserung von Haltung, Kraft, Ausdauer sowie Körperbeweglichkeit. Sie bewirken eine Vertiefung der Atmung. Atemräume werden bewusster wahrgenommen. Dies führt zu Stressreduktion und Entspannung.

 

Körperwahrnehmung führt ebenfalls zu einer Vertiefung der Atmung. Damit verbunden treten eine Bewusstseinsförderung durch Erspüren der Atmung in unterschiedlichen Körperregionen sowie eine Veränderung des Körperbewusstseins durch Wahrnehmen und Erspüren des ganzen Körpers ein. 

 

Alle genannten Verfahren werden durch unsere erfahrenen Therapeuten erklärt, angeleitet und begleitet. Es gilt der Grundsatz: Je intensiver Sie üben, umso größer ist später Ihr (anhaltender) Erfolg.

 

Entspannung und Achtsamkeit in gesundheitsfördernder Natur

Landschaften haben erwiesenermaßen eine besondere Wirkung auf den Menschen. Ein Spaziergang an der frischen Luft tut gut, und ein Ausflug ins Grüne hebt die Stimmung. Auf manche Orte trifft dies in besonderer Weise zu. Diese gesundheitsfördernden Landschaften sind fast immer gekennzeichnet durch eine malerische und unberührte Natur.

 

Die Eifelklinik Manderscheid liegt inmitten der Vulkaneifel, einer Landschaft, die mittlerweile das Prädikat „GesundLand Vulkaneifel“ trägt. Ausgedehnte Spazierwege und Wanderpfade gehen unmittelbar von der Eifelklinik aus.

 

Ein besonderer Weg ist der „Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll“, der zum Teil über das Klinikgelände der Eifelklinik führt. Er windet sich seit dem Jahr 2015 entlang eines schönen naturbelassenen Bachlaufes. Auf 6,5 Kilometern laden ganz unterschiedliche, nach psychologischen Gesichtspunkten gestaltete Stationen dazu ein, die Wirkung dieser besonderen Landschaft bewusst zu entdecken und so achtsamer durch die Natur zu gehen. Den Wanderer erwarten eine sprudelnde Quelle, Trittsteine über den Bach oder Hängematten zum Ausruhen. Außerdem gibt es beispielsweise auch eine Hörinstallation mit Summstein, Hörtrichter und Dendrophon oder einen Barfußbadeplatz.

 

Genügend Zeit ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor auf dem Achtsamkeits-Pfad. Speziell ausgebildete Entspannungscoaches und Landschaftsmentoren begleiten unsere Rehabilitanden bei den sonntäglichen Führungen auf dem Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll. Sie weisen auf besondere Landschaftsmerkmale hin oder zeigen Ihnen, wie Sie noch tiefer in das Erlebnis abtauchen können.

 

Durch die unmittelbare Nähe zum Achtsamkeits-Pfad haben unsere Patienten auch die Möglichkeit, „zwischendurch“ an spezifischen Stationen in dieser Landschaft zu verweilen. So können sie Achtsamkeit üben und erfahren.